Porträt

Ziele

Das Forum Genforschung befasst sich mit Entwicklungen in der Genforschung und ihren Auswirkungen auf die Gesellschaft. Dabei fördert das Forum den Austausch zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Entscheidungsträgerinnen und -träger und der Öffentlichkeit. Es nimmt sich Fragen der Bevölkerung und Politik zu den vielseitigen Anwendungen der Genforschung an und behandelt diese faktenbasiert und differenziert. Das Forum bringt sich in politische und gesellschaftliche Prozessen ein und ermittelt zukünftig relevante Entwicklungen. Der vorhandene Wissensstand wird zugänglich gemacht, sei es durch die Vermittlung von Fachpersonen, die Organisation von Veranstaltungen oder die Publikation von Informationsmaterialien. Nebst naturwissenschaftlichen spielen dabei auch technische sowie geistes- und sozialwissenschaftliche Aspekte eine Rolle.

In den letzten Jahren hat sich das Forum Genforschung unter anderem mit folgenden Themen befasst:

  • Gentechnische Verfahren in der Pflanzenzüchtung
  • Gene Drives
  • Synthetische Biologie
  • Personalisierte Gesundheit
  • Covid-19-Impfstoffe
  • Biosecurity und Dual-Use in der biologischen Forschung

Organisation

Um die angegangenen Themen möglichst breit abzubilden, misst das Forum Genforschung der Interdisziplinarität eine grosse Bedeutung zu – sowohl in seinem Arbeitsansatz als auch in seiner Zusammensetzung. Im Forum sind Expertinnen und Experten der Molekularbiologie, der Genetik, der Pflanzenwissenschaften, der Biomedizin, der Biosicherheit, des Patentwesesn, der Sozialwissenschaften und der Ethik tätig. Bei Bedarf werden weitere Fachpersonen aus den Akademien oder ihrem Netzwerk, aus dem In- und Ausland, beigezogen. Die Forumsmitglieder werden von der Fachstelle unterstützt.

Das Forum Genforschung ist Teil der Plattform Science & Policy (SAP) der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT).

Geschichte

Das Forum Genforschung wurde 1996 durch die Akademie der Naturwissenschaften (seit 2004 SCNAT genannt) gegründet, um zur öffentlichen Diskussion um die Genschutzinitiative beizutragen, welche im Juni 1998 zur Abstimmung kam. Das Forum erhielt dabei den Auftrag, auf eine möglichst objektive und differenzierte Art wissenschaftliche Informationen sowie eine Diskussionsplattform zur Verfügung zu stellen.
Im Laufe der Jahre veränderten sich die Aktivitäten des Forums im Rhythmus der Amtsperioden der bisher fünf Präsidien. Jede Periode ist geprägt von bestimmten Ausrichtungen und Prioriäten, bedingt durch die Entwicklungen in der Genforschung und ihren Auswirkungen auf Wissenschaft, Gesellschaft, Ausbildung, Politik, Rechtssetzung und Ethik.

Die fünf Präsidien könnten folgendermassen zusammengefasst werden :

  • Martine Jotterand (Januar 1996 – Juli 1999):
    Wahrnehmung, gesellschaftliche und ethische Auswirkungen ; Dialog zwischen Biowissenschaften und Geisteswissenschaften
  • Daniel Schümperli (August 1999 – Februar 2004):
    Risiken, Sicherheit, Rechtssetzung, Vorschlag für ein nationales Forschungsprogramm
  • Sandro Rusconi (März 2004 – März 2009):
    Patentierbarkeit, Synthetische Biologie, Biofarming, Natürlichkeit/Künstlichkeit
  • Patrick Matthias (April 2009 - Dezember 2020):
    Grüne Gentechnik, Synthetische Biologie, « Dual use »-Dilemma ; Genom-Editierung ; Personalisierte Gesundheit
  • Alexandre Reymond (seit Januar 2021)
20 Jahre Forum Genforschung

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